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29.04.2016

Wissenschaftsjahr 2016*17 Ozeane und Meere: Ab dem 3. Mai 2016 öffnet die MS Wissenschaft ihren Laderaum.

Die MS Wissenschaft


MEERE UND OZEANE. ENTDECKEN. NUTZEN. SCHÜTZEN
Eine schwimmende Ausstellung zum Thema Meere und Ozeane

Meere und Ozeane sind das Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Sie bedecken 71 Prozent der Erde. Sie sind ihr größter Lebensraum. Die Existenz der Menschen ist auf vielfältige Weise mit dem Schicksal der Meere und Ozeane verknüpft. Die MS Wissenschaft 2016*17 lädt ein zur Forschungsexpedition in diese faszinierende Welt.
Das Max-Planck-Institut beteiligt sich mit drei Exponaten zum Thema Sand. Was auf den ersten Blick kaum beeindruckend ist, sieht unter dem Mikroskop beachtlich aus.
Die gesamte Ausstellung wird finanziert durch das BMBF.



Ein wichtiger Filter:
Die kleinen Rippel des Wattenmeeres

Das Wattenmeer zieht Jahr für Jahr viele Urlauber an. Im Wechsel der Gezeiten fallen große Bereiche trocken und die allgegenwärtige Rippelstruktur des Meeresbodens tritt zutage. Diese Sand-Rippel sind etwas Besonderes. Die Rippel werden stets durchströmt, wodurch organischer Kohlenstoff, wie z.B. Algen, und Sauerstoff in den Meeresboden gelangen. Im Meeresboden leben auf jedem Sandkorn über 5000 Bakterien. Die Bakterien müssen sich wie wir Menschen ernähren, deswegen nehmen sie organischen Kohlenstoff auf und veratmen Sauerstoff aber auch Nitrat. Aus diesem Grund kann Sand als biologischer Filter gesehen werden, der eine wichtige Rolle für den Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf spielt.

Die Nordsee ist ein Schelfmeer und gehört zum Kontinentalschelf, welches das Festland mit dem offenen Meer verbindet. Viele Flüsse münden in die Nordsee wodurch große Mengen an Schadstoffen aus der Landwirtschaft, wie z.B. stickstoffhaltiges Nitrat in das Meer gelangen. Das Nitrat alleine kann für viele Tierarten und Menschen toxisch sein, aber auch große Algenblüten verursachen. Wenn diese Algenblüten im Wasser abgebaut werden kann es passieren, dass der ganze Sauerstoff veratmet wird, wodurch viele Lebewesen im Meer verenden.

Der Meeresboden der Nordsee besteht zum größten Teil aus Sand und damit auch Rippeln. Die Prozesse die innerhalb der Rippel stattfinden können die Nitratverunreinigungen abschwächen. Daher kann die Nordsee, wie viele andere Shelfmeere, als Puffer für die offenen Meere gesehen werden. Allerdings können bei dem Abbau von Nitrat auch weitere gefährliche Schadstoffe frei werden, weswegen die natürlichen Prozesse durch zu große Nitratzugabe empfindlich gestört werden können.

Um die Prozesse besser zu verstehen entwickeln Forscher des Bremer Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie Geräte, mit denen die Dynamiken innerhalb des Meeresboden untersucht werden. Eines dieser Messgeräte ist LanceALot, mit dem Mitarbeiter der Abteilung Biogeochemie arbeiten.

Auf unserem Youtube-Kanal gibt es viele Erklär-Videos.

Fast wie in echt: Mit dem Lego-Mindstorm-Roboter wird das Prinzip der Forschung am Meeresboden verständlich. Der Roboter fährt zu seinen vorbestimmten Messpunkten und senkt dort seinen Sauerstoffsensor in das Sediment. Eine Kamera erfasst die Obeflächenstrukturen mithilfe eines Laserstrahls. Besucher können durch Knopfdruck das Programm starten. Wieso die Rippel so wichtig sind, wird hier erklärt.


Die Bilder aus dem Schiff stammen vom letzten Mittwoch, als das Schiff noch in Köln lag. Es gibt noch viel zu tun bis zur Eröffnung am 3. Mai in Kiel.
Der Liegeplatz ist Hörn am Willy-Brandt-Ufer.

Anfragen richten Sie bitte an die Presseabteilung des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie

E-Mail: pressempi-bremen.de

Dr. Manfred Schlösser
Telefon: 0421 2028 - 704


Dr. Fanni Aspetsberger
Telefon: 0421 2028 - 947